Haben Sie schon einmal „ge-pez-t“ ?
Wahrscheinlich nicht. Das Ding kennt nämlich heute fast niemand mehr. Ein winziges Zuckerl. Hat aber – da werden Kindheitserinnerungen wach – eine grosse Wirkung. Auch für die Seele.
Das Pez-Zuckerl war so was wie eine Währung in Kindertagen. Andere Bonbons gab es kaum. Neben „Stollwerck“ vielleicht.
Das Jahr 1927 war die Geburtsstunde von Pez, erfunden von Eduard Haas aus dem Mühlviertel in Oberösterreich. Der Name leitet sich übrigens von „Pfefferminz“ ab, ist eine Verkürzung dieses Worts.
Tatsächlich wurde das Zuckerl mit „wertvollem Pfefferminz-Aroma“ versehen und avancierte alsbald zum „Mint der vornehmen Welt“ wie es in der Website der Firma Haas heißt.
Vornehm war das Bonbonchen dann in der Nachkriegszeit, eine Kindheit in Österreich in den 50 –er und 60-er Jahren ohne Pez war undenkbar.
Überall gab es die Pez-Automaten und um 50 Groschen, später um einen Schilling, war man dabei und hielt das wertvolle Ding in den Händen.
Dann kamen die Figuren dazu, und bald wurde die Pez-Box zum beliebten Spielzeug.
Die Kunststoff-Figuren gibt es seit 1950, als man den „Dispenser“ erfand, einen Knips-Verteiler-Mechanismus in der Größe eines Feuerzeugs. Damit wurde der Pez-Konsument bei den Jugendlichen quasi zum Gegenspieler des Zigarettenrauchers.
Eigentlich genial…
Im Laufe der Zeit bekamen diese Dispenser – ein komisches Wort - viele unterschiedliche Köpfe mit allen wichtigen Komik-Figuren. 1965 konnte die Firma sogar die Lizenzen von Walt Disney`s Mickey Mouse und Donald Duck erwerben.
Seit 1999 gibt’s die Pez- interactive Candies, wobei der grösste Markt auch hier in Amerika ist.
Und offensichtlich auch noch in anderen Weltgegenden, zum Beispiel in Japan, beliebt, vornehmlich natürlich bei Kindern, obwohl ursprünglich als Bonbon und wichtige Zuckerzufuhr für Erwachsene gedacht.
Tatsächlich soll das Zuckerl ziemlich gesund sein: Glutenfrei, keine tierischen Bestandteile enthaltend und auch sonst keine Rohstoffe tierischen Ursprungs…
Also auch für Vegetarier voll genießbar, keine versteckten tierischen Fette, 0,0 % Alkohol, ist extra ausgezeichnet, damit nur ja niemand auf dumme Gedanken kommt.
Bis heute führe ich eine Box im Köfferchen und ein kleines Pez-Zuckerl ist immer noch ein Hochgenuss. Und nicht unwichtig als Stress-Abbau für zwischendurch. Nur leider: in Afrika kaum erhältlich.
Deshalb eine Bitte an alle Freunde: Bitte bringt`s mir so viele Pez-erl, wie ihr auftreiben könnt ! Hab nämlich fast nix mehr.
Info: www.pez.at
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About: Alfred:
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Alfred Huber ist ein österreichischer Kulturwissenschaftler und Journalist, u.a. beschäftigt als Fernseh-Producer für das Nahostbüro der ARD. Er lebt seit vielen Jahren hauptsächlich in Kairo, wo er auch als Universitätslektor für Deutsche Literatur- und Europäische Kulturgeschichte wirkte. Er machte sein Doktorat an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien im Fach Orientalistik und er bereist regelmäßig die Arabische Welt und den Nahen Osten.